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Die Beschäftigung mit der Medizingeschichte ist für mich schon immer sehr interessant gewesen. Warum ich allerdings meine Dissertation am Institut für Geschichte der Medizin des Universitätsklinikums Charité der Humboldt-Universität zu Berlin geschrieben habe, hat einen ganz anderen Grund. Nach der politischen Wende und dem damit verbundenen “Weggang” einiger Professoren hatte sich meine erste Dissertation und zwei Jahre Arbeit in Rauch aufgelöst. Nun suchte ich ein neues Thema, was allerdings nicht so einfach zu finden war.

Aus Erfahrung klug geworden, wollte ich keine reine Laborarbeit mehr verfassen. Eine retrospektive Bearbeitung von Krankendaten lag mir gleichfalls nicht. Also fuhr ich in das Institut für Geschichte der Medizin an der Charité und sprach bei der Sekretärin des Direktors vor. Für mich sehr überraschend nahm sich Herr Professor Dr. Dr. Schneck meines Anliegens ohne langwierige Terminvergabe an. Das Glück war mir weiterhin hold. Ich erfuhr, dass über den ersten Direktor der Charité bisher noch keine wissenschaftliche Arbeit verfasst worden war.

Voller Elan machte ich mich mit den erhaltenen Hinweisen an die Arbeit. Ich werde nie vergessen, wie ich im Lesesaal des Universitätsarchives der Humboldt-Uni gesessen habe und die erste Akte aufgeschlagen vor mir lag. Obwohl deutsch, war es für mich eine Fremdsprache! Wer kann schon altdeutsche Handschrift lesen!! Ich nahm aber die Herausforderung an und lernte die Buchstaben zu Wörtern und dann die Sätze mit Inhalt zu füllen. Im nachhinein betrachtet, es war eine Heidenarbeit, die mir aber sehr viel Spass bereitete. Sicher ist auch nur so die immense Arbeit zu schaffen.

Was soll ich sagen, nach und nach nahm meine Dissertation Gestalt an. Ein Kapitel reihte sich an das andere. Nach vier Jahren war es soweit. Ich konnte meine Dissertation am 19.12.1997 einreichen.

Auch auf diesem Wege möchte ich mich nochmals bei meinem Doktorvater Herrn Professor Dr. Dr. Schneck für die Überlassung des Themas und die stets konstruktive fachliche Betreuung sowie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Archivs der Humboldt-Universität bedanken.

Dr. Haubold